Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ➚ „Fokus Klima & Energie„, organisiert von der ➚ Rosa-Luxemburg-Stiftung stellte unser Verein seine Kritik an der aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung sowie an den politischen Ambitionen vor, Deutschland zum Standort des weltweit ersten Fusionsreaktors zu machen.
Nach den Einführungsvorträgen entwickelte sich mit rund 25 Teilnehmenden eine lebhafte Diskussion. Dabei wurde unter anderem gefragt, welche politische Kraft im Bundestag derzeit die staatlichen Ausgaben für die Kernfusionsforschung kritisch hinterfragt. Als einzige Fraktion wurde hier Die Linke genannt, die mit einer Kleinen Anfrage zur „Hightech Agenda der Bundesregierung“ (Drucksache 21/3433 vom 23.12.2025) versucht hatte, kritische Fragen zur Fusionsförderung aufzuwerfen. Die Antworten der Bundesregierung vom 28.01.2026 wurden jedoch als ernüchternd inhaltslos bewertet (➚ Antwort 28.01.2026).
Kritisiert wurde zudem, dass die Bundesregierung zentrale wissenschaftliche Bewertungen ignoriere – etwa den ➚ Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung des Bundestages, der Ende 2024 den Entwicklungsstand der Kernfusion und bestehende Wissenslücken detailliert darstellte. Statt daraus Konsequenzen zu ziehen, wurde im Aktionsplan Kernfusion in Aussicht gestellt, sämtliche Bereiche der Fusionsforschung unabhängig vom technologischen Reifegrad zu fördern. Selbst internationale Großprojekte wie der Fusionsreaktor ITER blieben Bestandteil staatlicher Förderprogramme.
In der Diskussion wurde die Einschätzung geäußert, dass die Bundesregierung mit der starken Betonung der Kernfusion vor allem technologische Hoffnungen kommunizieren will. Dies könne politisch dazu dienen, das Festhalten an fossilen Energieträgern zu rechtfertigen. Zwar habe die Bundesregierung ihre Klimaziele bislang noch nicht offiziell aufgegeben, doch viele Teilnehmende sehen in der aktuellen Politik eine interessengeleitete Entwicklung, die direkt oder indirekt den Ausbau der erneuerbaren Energien behindern wird.

