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Könnte man Fusionskraftwerke leicht, entsprechend der aktuellen Stromnachfrage im Stromnetz, regeln?

Kurz gefasst

Fusionskraftwerke sind wie Atomkraftwerke praktisch nicht regelbarer. D. h. Fusionskraftwerke wären nur teure Grundlastkraftwerke, die zukünftige Energienetze eindeutig belasten würden.

Ausführliche Antwort

Deutschlands Strategen (1) denken gar nicht erst über eine Regelbarkeit nach, sondern urteilen nur betriebswirtschaftlich und kommen zu dem Schluss:

„Aufgrund ihres absehbar hohen Investitionsbedarfs sowie geringer Betriebs- und Brennstoffkosten wäre ein Betrieb mit einer hohen Auslastung zu erwarten. Kernfusionskraftwerke würden somit der Definition von Grundlastkraftwerken entsprechen.“

In einem zukünftigen Energiesystem, das vorwiegend aus Erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie besteht, ergeben sich jedoch spezifische Anforderungen an die Regelbarkeit und Flexibilität zusätzlicher Energiequellen. Diese Anforderungen zielen darauf ab, die Netzstabilität zu gewährleisten und die fluktuierende Einspeisung Erneuerbarer Energien auszugleichen. Da die Stromproduktion über Wind und Sonne stark wetterabhängig ist, müssen Spitzenlasten und plötzliche Nachfrageänderungen flexibel abgefangen werden.

Der VDE (2) fasste bezüglich der Konsequenzen zusammen:

„Aufgrund ihrer technologischen und ökonomischen Eigenschaften sollten Fusionskraftwerke [] nach aktuellem Kenntnisstand mit möglichst hoher Auslastung betrieben werden. Eine fehlende Flexibilisierung würde dann jedoch zu Zeiten mit hohem EE-Dargebot zu einer weiteren Verschärfung der Überschusssituation führen. Dies würde dann eine verstärkte Abregelung der EE-Erzeugung erfordern, sofern keine ausreichenden Speicheroptionen zur Verfügung stehen.“

Polemisch aber mit Tiefgang setzte sich Wolfenstein 2026 mit dem Problem – Deutschland und die Dunkelflaute – auseinander (3) und resümierte zum Schluss:

„Es nützt alles nichts. Die opportunen politischen Grabenkämpfe um die Atomkraft gefallen allein den sich duellierenden Experten – und natürlich den Medien. Wir sollten uns auf die Jetzt-Fakten konzentrieren und für das Machbare die Ärmel hochkrempeln.“

Wir schließen uns diesem Resümee zur Atomkraft an und erweitern es auf die Kernfusion!

Literatur

  1. Stöcker, P., Erlach, B., Wurbs S. u.a.: Impulsbeitrag: Kernspaltung, Erdgas, Geothermie, Kernfusion – Welche Rolle spielen Grundlastkraftwerke in Zukunft?; Publikation der ESYS https://doi.org/10.48669/esys_2024-14 (03.12.2024)
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 3.12.2024
  2. Kleimaier M. u.a.: "Kernfusion – kein Beitrag zum Klimaschutz bis 2045 zu erwarten" VDE Hintergrund; ETG Fachbereich „Erzeugung, Verbrauch und Speicherung im elektrischen Energieversorgungssystem“; November 2024
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 15.12.2025
  3. Wolfenstein K.: "Deutschlands Stromversorgung in der Dunkelflaute: Warum die Atomkraft-Debatte an der Realität vorbeiläuft" Digital Pioneer
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 17.02.2026
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