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Was versteht man unter dem Begriff „physikalische Grenzen des Wachstums“ in Bezug auf den zukünftigen Energiebedarf der Erde?

Kurz gefasst

Unabhängig von dem CO2 Ausstoß beeinflussen die Energien aus „nicht erneuerbaren Quellen“ das Energiegleichgewicht der Erde. Heute ist dieser Einfluss gering. Aber bei ungebremstem Wachstum des globalen Primärenergiebedarfs wird dieser Effekt immer stärker und trägt zur Erderwärmung bei.

Ausführliche Antwort

In den ersten beiden Berichten an den ➚ Club of Rome (1972 / 1974) wurde als Ursache für eine globale Erwärmung neben dem anthropogenen Treibhauseffekt erstmals die „thermische Umweltverschmutzung“ diskutiert (➚ Wikipedia).

Als „thermische Umweltverschmutzung“ sind alle Wärmequellen zu verstehen, die nicht unter der Überschrift „Erneuerbare Energien“ (Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Windkraft, Umgebungswärme, Bioenergie, Meeresenergie) zu subsumieren sind.

Darauf aufbauend modellierten Wissenschaftler bei einem ungebremsten exponentiell ansteigenden Energieverbrauch aus nicht regenerativen Energien die Erwärmung der Erde (1), (2), (3), (4). ➚ Murphy (2022) wies darauf hin, dass bei einer Wachstumsrate des Primärenergieverbrauchs von 2,3 % die Erde in etwa 400 Jahren so heiß werden könnte, dass sie unbewohnbar wäre. Er betonte, dass dies eine der wichtigsten physikalischen Grenzen ist, die gegen unkontrolliertes Wachstum sprechen, unabhängig von allen technischen Fortschritten.

Sein Resümee (4):

Wir wären gut beraten, für eine Postwachstumswelt zu planen. Wissenschaftler haben eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, langfristige Bedrohungen zu erkennen und der Menschheit zu helfen, diese abzuwenden.

Grundlage obiger Modellierung ist der sogenannte ➚ Schwarze Körper oder auch „Schwarzer Strahler“ genannt. Dabei gilt das Kirchhoffsche Strahlungsgesetz, das den Zusammenhang zwischen Absorption und Emission eines Körpers im thermischen Gleichgewicht beschreibt. Im Gleichgewicht stellt sich eine Gleichgewichtstemperatur des Schwarzen Strahlers ein.

Wird diesem System zusätzliche Energie zugeführt (fossile Brennstoffe, Kernenergie), dann reagiert das System mit einer Temperaturerhöhung, bis eine neue, höhere Gleichgewichtstemperatur erreicht ist. Dieser Zusammenhang ist in der folgenden Abbildung dargestellt (➚ Stefan-Boltzmann-Gesetz).

Anstieg der emittierten Strahlungsleistung über die Temperatur (Von Nicoguaro Lizenz, CC BY 4.0,)

Weiterführende Beiträge

Literatur

  1. ilmedia, Ilmenau Döpel, R: Über die geophysikalische Schranke der industriellen Energieerzeugung; Wiss. Z. TH Ilmenau 19 (1973) Heft 2 (1973) 37-52
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 18.10.2024
  2. ilmedia, Ilmenau Arnold H.: Global Warming by Anthropogenic Heat, a Main Problem of Fusion Techniques (2016) 23
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 18.10.2024
  3. Steiglechner P.: Estimating global warming from anthropogenic heat emissions – conceptual and numerical modelling approaches (02.10.2018) 111
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 31.08.2024
  4. Murphy T.W.: Limits to economic growth; Nat. Phys. (18) (August 2022) 844-847
    Quelle im Internet zuletzt abgerufen am 31.08.2024
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